08.12.2025 Kea Schnatbaum
Bei ORAYLIS bringt Katharina nicht nur Daten zum Sprechen, sie sorgt dafür, dass sie verstanden, erlebt und genutzt werden können. Als Consultant im Bereich Data Analytics verbindet sie analytisches Denken mit kreativer Gestaltung und macht komplexe Insights zu klaren, einprägsamen Geschichten. Im Interview verrät sie, wie sie ihren Weg ins #TEAMORAYLISPEOPLE gefunden hat, was Data Storytelling für sie bedeutet und warum genau diese Mischung aus Zahlen und Kreativität ihr Traumjob ist.

Katharina, stell dich doch mal kurz vor, wie bist du zu ORAYLIS gekommen?
Katharina: Sehr gern! Ich bin Katharina und seit Oktober 2023 Teil vom #TEAMORAYLISPEOPLE. Ich bin als Consultant primär im Bereich Data Analytics tätig, das heißt, mein Arbeitsalltag dreht sich rund um Datasets, Power BI Berichte und effektive Datenkommunikation. Als ich nach möglichen Arbeitgebern in Düsseldorf und Umgebung geschaut habe, die sich mit Data Analytics beschäftigen, bin ich schnell auf ORAYLIS gestoßen, und schon die Webseite hat mich sehr angesprochen. Meine Gespräche während der Bewerbungsphase, die lustigerweise in drei verschiedenen Ländern während meiner Weltreise stattgefunden haben, haben meinen positiven Eindruck bestätigt. Auch nach rund zwei Jahren im Unternehmen spüre ich jeden Tag, dass ich hier genau am richtigen Ort bin – fachlich wie menschlich.
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus und womit beschäftigst du dich aktuell am meisten?
Katharina: Mein Arbeitsalltag ist genauso spannend wie abwechslungsreich, weil er eine gute Mischung aus Kundenprojekten und internen Aufgaben bietet. Aktuell dreht sich vieles um die Erstellung von Datasets und Power BI Berichten für ganz unterschiedliche Kundengruppen und Anforderungen – genau diese Vielfalt macht meinen Job so interessant.
Seit rund einem Jahr beschäftige ich mich außerdem intensiv mit dem Thema Data Storytelling. Für mich stellt es eine ideale Ergänzung zu Data Analytics dar, weil es nicht nur darum geht, Daten korrekt aufzubereiten, sondern auch darum, ihre Bedeutung verständlich, wirkungsvoll und zielgerichtet zu kommunizieren.
Um dieses Wissen weiter auszubauen und auch anderen zugänglich zu machen, arbeite ich derzeit an Schulungen, Vorträgen und verschiedenen Maßnahmen, die das Thema Data Storytelling sowohl intern im Unternehmen als auch extern stärker verankern sollen.

Was bedeutet „Data Storytelling“ für dich ganz persönlich und denkst du, es wird in Zukunft neue Trends geben, auf die wir uns zusammen freuen können?
Katharina: Für mich persönlich bedeutet Data Storytelling vor allem eines: Daten so zu kommunizieren, dass sie Menschen wirklich erreichen. Wir alle lieben Geschichten – nicht ohne Grund. Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, narrative Informationen besonders gut zu verarbeiten: Geschichten aktivieren mehr Bereiche unseres Gehirns als reine Fakten, sie bleiben länger im Gedächtnis und helfen uns, komplexe Zusammenhänge intuitiv zu verstehen. Genau hier beginnt für mich der Kern von Data Storytelling: Daten so aufzubereiten, dass sie nicht nur korrekt, sondern auch verständlich, einprägsam und wirksam werden.
Eine Analogie von Brent Dykes beschreibt das sehr treffend. Er vergleicht den Analytics-Prozess mit einem Marathon, bei dem die „letzte Meile“ die anspruchsvollste – aber auch entscheidendste – ist. Die beste Datensammlung und die sauberste Analyse bringen wenig, wenn am Ende niemand versteht, was diese Ergebnisse bedeuten oder wie darauf reagiert werden soll. Ohne diese letzte Meile bleibt der Nutzen von Daten auf der Strecke. Für mich schließt Data Storytelling genau diese Lücke: Es bringt Erkenntnisse über die Ziellinie, indem es sie in Handlung verwandelt – und damit den gesamten vorherigen Prozess erst wertvoll macht. Gleichzeitig sehe ich spannende Entwicklungen, besonders durch den Einfluss von KI. Tools werden immer besser darin, Daten aufzubereiten, Reports zu generieren oder Visualisierungen zu erstellen. Gerade deshalb wird es umso wichtiger, dass wir Menschen die Insights dahinter sinnvoll erklären, interpretieren und in den richtigen Kontext setzen. KI kann vieles automatisieren – aber sie ersetzt nicht das menschliche Verständnis dafür, wie Informationen wirken, welche Botschaften relevant sind oder wie man Vertrauen durch klare Kommunikation schafft.
Ich bin überzeugt, dass Data Storytelling als Kompetenz in den kommenden Jahren noch relevanter wird: sowohl für Unternehmen, die datengetrieben handeln wollen, als auch für alle, die im Bereich Data & Analytics arbeiten. Denn nur wenn Daten so vermittelt werden, dass sie wirklich etwas bewegen, entsteht nachhaltiger Wert. Und genau darauf freue ich mich – auf neue Entwicklungen, neue Möglichkeiten und darauf, diese Disziplin weiter auszubauen.
Die Kombination aus Daten und Kreativität scheint genau dein Ding zu sein. Wie bist du auf diese Verbindung gekommen? Und was fasziniert dich so daran?
Katharina: Die Verbindung aus Daten und Kreativität hat sich bei mir nicht von heute auf morgen ergeben, sondern ist Schritt für Schritt gewachsen. Während meines Bachelors habe ich zunächst im Controlling gearbeitet – ein Bereich, der mir durch meine Affinität zu Zahlen direkt lag. Mit der Zeit hatte ich aber das Gefühl, dass mir dort etwas fehlt: eine visuelle, gestalterische Komponente, die über klassische Tabellen und Berichte hinausgeht. Genau deshalb hat mich während meines Masters eine Werkstudentenstelle im Bereich Business Intelligence sofort angesprochen. Der Fokus auf Datenanalyse und Datenvisualisierung klang für mich nach dem fehlenden Puzzleteil. Plötzlich konnte ich analytisches Denken mit kreativer Gestaltung verbinden und hatte das Gefühl, meine beiden Stärken kombinieren zu können.
Heute schätze ich genau diese Balance am meisten: die Mischung aus analytischer Präzision und kreativen Gestaltungsmöglichkeiten. Sie lässt mich einerseits wie eine Detektivin in die Datenwelt eintauchen, Muster erkennen und Zusammenhänge aufdecken – und andererseits wie eine Künstlerin diese Erkenntnisse so visualisieren, dass sie für andere klar, ansprechend und wirkungsvoll werden.
Was macht denn deiner Ansicht nach einen guten, leicht verständlichen Report aus?
Katharina: Für mich zeichnet sich ein guter, leicht verständlicher Report vor allem dadurch aus, dass er die Endnutzer und deren Bedürfnisse in den Fokus rückt. Ein Report entfaltet seinen Wert nur dann, wenn er ihre Fragen beantwortet, ihre Prozesse unterstützt und ihre Bedürfnisse trifft. Deshalb sollten Nutzer von Anfang an in den Entwicklungsprozess einbezogen werden – von der ersten Anforderung bis zum finalen Feinschliff. Außerdem spielen UI- und UX-Prinzipien eine zentrale Rolle. Sie orientieren sich daran, wie wir Informationen wahrnehmen und verarbeiten. Ein Beispiel ist die visuelle Hierarchie, die wichtige Inhalte bewusst hervorhebt, damit das Auge sofort erkennt, worum es geht. Ein anderes ist der Einsatz von ausreichend Weißraum, der dafür sorgt, dass ein Report ruhig und klar wirkt, statt überladen. Solche Prinzipien helfen dabei, Informationen schnell zu erfassen und intuitiv zu verstehen.
Ein guter Report sollte außerdem für alle Nutzer zugänglich sein – unabhängig von technischem Vorwissen oder individuellen Voraussetzungen. Dazu gehört nicht nur Barrierefreiheit, sondern auch eine verständliche Sprache, klare Interaktionen und ein nutzerfreundliches Design.

Und was bedeutet Storytelling in diesem Zusammenhang für dich? Wie schaffst du es konkret, Berichte spannender und einprägsamer zu gestalten?
Katharina: Für mich bedeutet Storytelling im Reporting, Daten so aufzubereiten, dass sie einen klaren Weg vorgeben – von der Frage zur Erkenntnis. Es geht darum, Berichte nicht nur zu zeigen, sondern erlebbar zu machen. Genau deshalb setze ich stark auf Interaktivität: Elemente wie Tooltips, Drilldowns und Drillthroughs ermöglichen es den Nutzerinnen und Nutzern, ihren eigenen Pfad durch die Daten zu gehen. Viele dieser Elemente kennen wir aus modernen Websites – klare Navigation, intuitive Buttons und ein natürlicher „Flow“, statt einer überladenen Seite voller Charts.
Wichtig sind für mich auch eingebaute Hilfestellungen, etwa kurze Erklärtexte oder GIF-Videos, die Funktionen demonstrieren und Schritt für Schritt durch den Bericht führen. Das senkt Hemmschwellen und schafft Vertrauen in die Nutzung. Auch Elemente wie Popovers und Landing Pages machen Berichte deutlich erlebbarer. Popovers zeigen Detailinformationen nur dann an, wenn sie gebraucht werden – so bleibt die Seite klar, während Tiefe trotzdem auf Knopfdruck verfügbar ist. Landing Pages bieten einen intuitiven Einstieg, ähnlich wie in Web-Apps: mit klaren Navigationselementen und einem schnellen Überblick. Beide Ansätze sorgen dafür, dass ein Bericht moderner wirkt, leichter zu nutzen ist und Nutzerinnen und Nutzer gern mit ihm arbeiten.
Insgesamt gestalte ich Reports so, dass sie sich eher wie ein Produkt anfühlen: mit klarer Struktur, Web-App-ähnlicher Navigation und einer konsistenten Nutzerführung. Und genau hier ergänzt Storytelling das Design perfekt – es gibt dem Bericht eine Richtung, schafft Orientierung und macht die Daten einprägsamer.
Du wirst beim Event „Data Community Day Austria 2026“ mit einem Slot zum Thema Data Storytelling dabei sein. Worum geht es in deinem Vortrag und was können die Teilnehmenden erwarten?
Katharina: In meinem Vortrag geht es darum, wie wir Daten so kommunizieren können, dass sie nicht nur informieren, sondern wirklich etwas bewirken. Da Star Wars als Paradebeispiel für gelungenes Storytelling gilt, habe ich meinen Vortrag bewusst in Anlehnung daran gestaltet – auch das ist letztlich selbst ein Stück Storytelling. So zeige ich auf unterhaltsame Weise, wie starke Narrative wirken und wie wir diese Prinzipien nutzen können, um Berichte, Präsentationen und Insights klarer, einprägsamer und relevanter zu machen. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie Geschichten mit Daten aufbauen, Aufmerksamkeit gezielt lenken und unterschiedliche Stakeholder besser erreichen können. Außerdem gebe ich praktische Beispiele, wie sich Storytelling-Elemente auch in Power BI integrieren lassen, ohne dass man dafür „geborener Erzähler“ sein muss.
Wie bereitest du dich auf so ein Event vor?
Katharina: Da es mein erster Vortrag auf einer Konferenz ist, habe ich noch keine feste Routine für die Vorbereitung. Aber so, wie ich mich kenne, werde ich den Vortrag wahrscheinlich sehr oft üben – sei es für mich allein oder vor Freunden oder Kollegen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie er wirkt.
Außerdem wird definitiv eine gute Portion Nervosität dabei sein. Gleichzeitig freue ich mich unglaublich auf die Erfahrung. Für mich ist es eine tolle Gelegenheit, über ein Thema zu sprechen, das mir wirklich am Herzen liegt – und genau das motiviert mich bei der Vorbereitung am meisten.
Woher nimmst du deine Inspiration für kreative Storylines, inspiriert dich da jemand bestimmtes?
Katharina: Einen großen Teil meiner Inspiration verdanke ich Brent Dykes. Er ist einer der führenden Experten im Bereich Data Storytelling und hat mich überhaupt erst auf das Thema aufmerksam gemacht. Seine Art, Daten mit klaren Botschaften, starken Strukturen und echten Geschichten zu verbinden, hat mich sehr inspiriert.
Darüber hinaus lasse ich mich gern von Bereichen außerhalb der Datenwelt inspirieren: gute Präsentationen, Designprinzipien aus der Webwelt, narrative Strukturen aus Filmen oder Büchern. Oft entstehen die besten Storylines, wenn man Ideen aus ganz unterschiedlichen Kontexten zusammenbringt.
Welche 3 Tipps hast du, wenn man selbst mal Storytelling mit Daten verbinden möchte?
Katharina: 1. Starte mit einem guten Fundament – zum Beispiel mit dem Buch von Brent Dykes. „Effective Data Storytelling“ ist für mich der perfekte Einstieg in die Welt des datengetriebenen Erzählens. Er erklärt verständlich, warum Storytelling wirkt, wie man Insights in klare Botschaften übersetzt und wie eine gute Datenstory strukturiert ist.
2. Übe und experimentiere. Storytelling lernt man am besten durch Ausprobieren. Nimm dir kleine Datensätze – gern auch Dummy Daten, die du dir z.B. von ChatGPT generieren lässt – und suche gezielt nach Ausreißern, Mustern oder überraschenden Entwicklungen. Überlege dann, wie du daraus eine klare, spannende Geschichte formen kannst: Welche Frage steckt dahinter? Welche Erkenntnis ist wirklich relevant? Und wie würdest du sie visualisieren?
3. Kenne dein Publikum so gut wie deine Daten. Storytelling beginnt nicht bei der Visualisierung, sondern beim Verständnis der Zielgruppe. Welche Fragen sollen beantwortet werden? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden? Welche Informationen überfordern – und welche fehlen? Je genauer du dein Publikum kennst, desto leichter findest du einen roten Faden, der wirklich relevant ist.
Danke für dieses spannende Interview!
