30.09.2026 Nils Kux
Die FabCon Europe 2026 in Barcelona ist in vollem Gange und bereits die erste Keynote hat deutlich gezeigt, wohin sich Microsoft Fabric entwickelt: Die Plattform wird nicht nur funktional mächtiger, sondern gleichzeitig besser steuerbar, sicherer und zuverlässiger.
Das ist sowohl für klassische Data-&-BI-Lösungen als auch für die zunehmende Nutzung von Copilots und KI-Agenten relevant. Denn je mehr Anwender und KI-Systeme selbstständig mit Daten arbeiten, desto wichtiger wird eine Plattform, die klare Leitplanken für Daten, Berechtigungen, Deployments und Ressourcen schafft.
Unsere wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
- Power BI wird mehr als Reporting
- Fabric wird flexibler und transparenter im Betrieb
- Mehr Kontrolle über Entwicklung, Security und Deployments
- KI bekommt mehr Business-Kontext

1. Power BI wird mehr als Reporting
Eine der spannendsten Ankündigungen betrifft Fabric Apps. Sie werden Bestandteil von Power BI Pro und sollen Anwendern ermöglichen, auf Basis bestehender semantischer Modelle eigene datengetriebene Anwendungen zu erstellen. Der neue App-Building-Ansatz in Power BI Desktop unterstützt dabei auch die Erstellung über natürliche Sprache.
Besonders interessant wird es in Verbindung mit Fabric Databases: Anwendungen können Eingaben entgegennehmen, Daten zurückschreiben und operative Workflows unterstützen. Damit wird aus einem klassischen Analyseprozess zunehmend ein Kreislauf aus Daten verstehen, Entscheidungen treffen und direkt handeln.
Die Einstiegshürde für solche Lösungen sinkt damit deutlich. Gleichzeitig steigen aber auch die Anforderungen an die Plattform dahinter: Wenn immer mehr Anwendungen, Anwender und zukünftig auch Agents mit Daten interagieren, werden klare Standards und eine zentrale Data Governance umso wichtiger.
2. Fabric wird flexibler und transparenter im Betrieb
Auch beim Betrieb der Plattform gab es wichtige Neuigkeiten. Mit der neuen F0 Capacity und On-Demand Billing soll Fabric flexibler nutzbar werden und zusätzliche Möglichkeiten für einen bedarfsgerechten Einsatz von Kapazitäten schaffen.

Gleichzeitig entwickelt Microsoft das Capacity Monitoring deutlich weiter. Das Unified Capacity Management bringt unter anderem Real-Time Monitoring, proaktives Alerting und Benachrichtigungen – beispielsweise über Teams, wenn definierte Kapazitätsgrenzen erreicht werden.
Damit wird es einfacher, die Plattform nicht nur bereitzustellen, sondern ihre tatsächliche Nutzung kontinuierlich zu überwachen und frühzeitig auf Probleme zu reagieren.
3. Mehr Kontrolle über Entwicklung, Security und Deployments
Mit den neuen Deployment Plans bekommt Fabric zusätzliche Möglichkeiten, komplexere Deployments kontrolliert abzubilden. Abhängige Komponenten können in einer definierten Reihenfolge ausgerollt werden – beispielsweise zunächst ein Lakehouse, anschließend das Semantic Model und danach der Report. Parametrisierung sowie Validierungen vor und nach dem Deployment sollen zusätzlich dabei helfen, Deployments über verschiedene Umgebungen hinweg zuverlässiger zu gestalten.

Auch die OneLake Security wird granularer. Auf Workspace-Ebene lässt sich über Entra ID genauer steuern, welche Nutzer bestimmte Item-Typen erstellen dürfen. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass in einem Workspace nur Data Engineers Notebooks erstellen dürfen. Damit können Berechtigungen über die klassischen Workspace-Rollen hinaus differenzierter gesteuert werden.
Das wird insbesondere dann wichtig, wenn zukünftig nicht mehr ausschließlich Menschen auf der Plattform arbeiten. Auch Copilots und Agenten benötigen klar definierte Zugriffe und verlässliche Strukturen, innerhalb derer sie agieren können.
4. KI bekommt mehr Business-Kontext
Auch bei Copilot und Fabric IQ geht die Entwicklung weiter. Statt einzelner KI-Funktionen geht es zunehmend darum, KI-Agenten mit einem gemeinsamen und kontrollierten Business-Kontext arbeiten zu lassen. Semantische Modelle, Ontologien und weitere Unternehmensinformationen sollen dafür sorgen, dass KI nicht nur auf Daten zugreifen kann, sondern deren fachliche Bedeutung besser versteht.
Damit entsteht eine wichtige Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe: Agenten brauchen nicht nur Zugriff auf Daten. Sie müssen wissen, was diese Daten bedeuten, welche Regeln gelten und innerhalb welcher Grenzen sie handeln dürfen. Genau hier greifen die unterschiedlichen Ankündigungen der Keynote ineinander: Business Context und Semantik auf der einen Seite, Security, Governance, Monitoring und kontrollierte Deployments auf der anderen.
Unser erstes Fazit
Die Keynote zeigt vor allem eines: Microsoft Fabric entwickelt sich nicht nur funktional weiter, sondern reift als Plattform. Fabric Apps und neue Power-BI-Funktionen erweitern die Möglichkeiten für Fachbereiche. Flexible Capacities und verbessertes Monitoring erleichtern den Betrieb. Deployment Plans und granularere Security schaffen mehr Kontrolle. Und Fabric IQ soll den notwendigen Business-Kontext liefern, damit zukünftig auch Copilots und Agents verlässlich mit Unternehmensdaten arbeiten können.
Je mehr Menschen und KI-Systeme selbstständig mit Daten arbeiten können, desto wichtiger wird die Plattform darunter. Genau diese Kombination aus neuen Möglichkeiten und den notwendigen Leitplanken für einen sicheren und zuverlässigen Einsatz dürfte deshalb eine der spannendsten Entwicklungen rund um Fabric werden.
Genau darauf schauen wir in den kommenden Tagen auf der FabCon Europe in Barcelona noch genauer.
Haben Sie Fragen zu Microsoft Fabric oder möchten herausfinden, ob die Plattform zu Ihrer bestehenden Daten- und Systemlandschaft passt? Sprechen Sie uns gerne an – wir unterstützen Sie von der ersten Bewertung bis zur erfolgreichen Umsetzung.

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